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 Langer, Siegfried: Vater, Mutter, Tod

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Ramones
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BeitragThema: Langer, Siegfried: Vater, Mutter, Tod   Fr Jun 03, 2011 2:50 am

Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: List Taschenbuch (13. Mai 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 354861051X
ISBN-13: 978-3548610511

Klappentext
Zitat :
Wenn dir das Liebste genommen wird - was würdest du tun?

Ein Vater,
der große Schuld auf sich lädt.

Eine Mutter, die alles tun würde, um ihren
Sohn zurückzubekommen.

Ein Junge,
der tot in einer Berliner Wohnung liegt.

Eine Frau,
deren Erinnerungen sie betrügen.

Kommissar Manthey sucht nach den Zusammenhängen. Er will ein Kind retten - um jeden Preis. Und stößt auf einen Abgrund aus Verzweiflung und Wahn.
Quelle: Buchrücken

Eigene Meinung
Beim Streit zwischen einem Ehepaar, kommt deren Sohn auf grausame Art und Weise ums Leben. Was weiter geschieht, erfährt der Leser vorerst nicht. Dafür lernen wir Jaqueline kennen, die scheinbar sehr zufrieden mit ihrem Leben sein kann, mit einem liebenden Ehemann und dem gemeinsamen Sohn, einem eigenen Haus und großen Erfolg in ihrem Beruf als Architektin. Ein Bilderbuch-Leben möchte man meinen, wären da nur nicht diese schrecklichen Kopfschmerzen, von denen sie immer öfters geplagt wird und diese merkwürdigen, fälschlichen Erinnerungen. Dann wird ihr Sohn Lukas entführt und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Nachdem in einer Berliner Wohnung ein toter Junge entdeckt wird, ermittelt Kommissar Manthey auf Hochtouren. Welche Verbindung gibt es zwischen dem ermordeten und dem entführten Jungen? Schafft es Manthey Lukas rechzeitig zu finden und wohlbehalten den Eltern zurück geben zu können? Denn auch persönlich geht ihm der Fall sehr nahe und die einzige Möglichkeit den Aufenthaltsort des Jungen zu erfahren, ist die Aussage einer psychisch verwirrten Frau, die in ihrer Phantasiewelt lebt, in die Außenstehende nur sehr schwer eindringen können...

Es ist schon lange her, dass ich ein Buch an einem Tag ausgelesen hab, doch "Vater, Mutter, Tod" hat es geschafft, micht nicht mehr loszulassen und so bescherte es mir zwar ein kurzes, aber sehr spannendes Lesevergnügen!

Der Schreibstil liest sich sehr flüssig und ist immer an die jeweilige Situation oder Gefühle der Personen angepasst. Anfangs stiftet der Autor sehr viel Verwirrung und macht durchgehend Zeitsprünge über einige Tage. Man kann nur schwer Realität und Fiktion auseinanderhalten, da die psychisch gestörte Frau ja ihre Gedanken für die Wirklichkeit hält und genau das bringt Siegfried Langer auch so rüber. Es macht sehr viel Spaß selbst Vermutungen anzustellen, wie die Fäden am Ende zusammen laufen könnten. Leider bestätigten sich meine aber relativ schnell. Bereits nach ca. 180 Seiten erfährt man die wahre Identität von Jaqueline. Doch der bereits durchgängig hohe Spannungsbogen reißt keinesfalls ab, es gilt noch immer Lukas zu finden. Hier kommt Kommissar Manthey ins Spiel, dem die Entführung des Jungen persönlich sehr zu Herzen geht. Immer wieder gibt es Andeutungen, welche Geschichte dahinter stecken könnte, bis man sie endlich komplett erfährt. Sehr sensibel berichtet der Autor die Erlebnisse aus Manthey's Vergangenheit, die bis heute Folgen auf sein Leben haben. Ohne überflüssig oder aus dem Zusammenhang gerissen zu wirken, fügt sich diese Geschichte in das Hauptgeschehen ein und was war ich über das Ende froh, wo ich mir ein Freudentränchen nicht mehr verkneifen konnte.

Obwohl man den Entführer Lukas' schnell auf die Spur kommt, war ich überrascht, wer noch dahinter steckt, was sich erst zum Schluss hin offenbart. Es gibt einen kurzen, actionreichen Showdown, doch kein Wort ist zuviel und wird dem Leser überdrüssig. Es löst sich alles plausibel und nachvollziehbar auf und den Spannungsbogen hält Langer wirklich bis zum Schluss kontinuierlich aufrecht.

Abwechselnd handeln die oft kurzen Kapitel von "Jaquelines Berichterstattung" oder von Geschehnissen, die wenige Tage "vor der Katharsis" handeln. Leider hatte ich keine Ahnung, was dieser Begriff bedeutet und erst hinterher habe ich danach recherchiert. Immerhin kann ich jetzt sagen, dass das Wort perfekt gewählt ist und hätte ich vorher dessen Bedeutung gekannt, wäre vieles nicht so verwirrend gewesen.

Für mich ist "Vater, Mutter, Tod" ein absoluter Pageturner! Da ich relativ schnell auf einen Teil des Rätsels Lösung kam, gibts einen halben Stern Abzug, trotzdem ist es ein durchaus empfehlenswerter Psychothriller!

4,5 Sterne

Was mich im Nachhinein noch beschäftigt, ist die Widmung. Hier führt der Autor neun Namen auf. Als ich Viktor Larenz, Jane Whittaker, Jane Maple und Mikael Blomkvist las, war mir sofort klar, dass es sich bei allen um Romanfiguren handeln muss. Nach kurzer Recherche brachte ich auch die Herkunft der anderen Namen in Erfahrung, bis auf einen, nämlich die "Gebrüder Tänzer". Sagt dieser Name zufällig jemanden was? Außerdem würde mich interessieren, warum der Autor gerade diese Romanfiguren aufführt!?



Ein Raum ohne Bücher, ist ein Körper ohne Seele.
(Cicero)
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Langer, Siegfried: Vater, Mutter, Tod
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