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 Zafón, Carlos Ruiz: Marina

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Ramones
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BeitragThema: Zafón, Carlos Ruiz: Marina   Mo Aug 08, 2011 3:25 am

Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Fischer (S.), Frankfurt; Auflage: 2 (5. April 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3100954017
ISBN-13: 978-3100954015

Klappentext
Zitat :
" 'Marina' ist eines meiner Lieblingsbücher - es ist mein persönlichster Roman." Carlos Ruiz Zafón

Als Óscar Drai das Mädchen Marina trifft, ahnt er nicht, dass sie sein Leben für immer verändern wird. Mit ihrem Vater lebt sie in einer alten Villa wie in einer vergangenen Zeit. Marina bringt Óscar auf die Spur einer mysteriösen Dame in Schwarz, und bald befinden sich die beiden mitten in einem Albtraum aus Trauer, Wut und Größenwahn, der alles Glück zu zerstören droht.

Carlos Ruiz Zafón hat drei phänomenale Weltbestseller geschaffen - "Der Schatten des Windes", "Das Spiel des Engels" und nun endlich auf Deutsch: "Marina". Erstmals beschwört er hier sein unnachahmliches Barcelona herauf, eine Stadt voller Magie und Leidenschaft, und erzählt in unvergleichlicher Weise die dramatische Geschichte eines jungen Mannes, der um sein Glück und seine große Liebe kämpft.
Quelle: Buchrücken

Meine Meinung:
Óscar Drai dringt bei einem seiner Streifzüge durch Barcelona in eine Villa ein, im Glauben, dass diese leer steht. Doch er hat sich getäuscht und wird ertappt. Auf seiner Flucht steckt er geistesabwesend eine goldene Taschenuhr ein. Reumütig bringt er sie Tage später wieder zurück und dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft mit dem Mädchen Marina und ihrem Vater Germán. Gemeinsam erkunden Óscar und Marina die entlegendsten Winkel der Stadt. Auf einem Friedhof beobachten sie eine ganz in schwarz gekleidete Frau, die Blumen auf ein namenloses Grab niederlegt. Lediglich ein schwarzer Schmetterling mit ausgebreiteten Flügeln ist auf dem Grabstein abgebildet. Die zwei Jugendlichen folgen der Frau, bis sie ihre Spur verlieren und sich in einem alten Gewächshaus wiederfinden. Dort entdecken sie merkwürdige Marionetten und ein Fotoalbum mit Bildern von Krankheit entstellten Menschen. Óscar und Marina stellen Nachforschungen an, die sie schließlich zu Michail Kolwenik, einst einer der reichsten Männer Barcelonas, und seiner Frau Ewa Irinowa führen. Zahlreich Skandale und Gerüchte ranken sich um den ehemaligen Teilhaber der Firma Velo-Granell, welche auf die Herstellung von Gliedmaßen für Kriegsverwundete spezialisiert war. Die damalige Geschichte ist schon lange in Vergessenheit geraten, doch die Schatten der Vergangenheit lebten weiter - im Untergrund von Barcelona. Óscar und Marina werden in eine Geschichte um Leben und Tod hineingezogen und kommen der Wahrheit um Michail Kolwenik auf die Spur. Und Óscar muss feststellen, dass dies nicht das einzige Geheimnis ist...

Zafón's Roman "Marina" wird aus der Sicht des fünfzehnjährigen Óscar Drai erzählt. Er berichtet von dem Tag an dem er Marina kennen und lieben lernte, das Abenteuer, das sie gemeinsam erlebten und dem Tag, an dem seine Jugend jäh endete und er eine Woche verschwunden war.

Die wunderbare Sprache des Romans, wofür Zafón ja bekannt ist, zog mich sofort in den Bann. Ich wollte unbedingt Marina's Geheimnis und das der Dame in Schwarz und des mysteriösen Schmetterlings ergründen. Leider muss ich sagen, dass beides für mich ziemlich vorhersehbar war. Die Geschichte um Michail Kolwenik erinnerte mich im Groben an Mary Shelley's "Frankenstein" und war teilweise sehr abstoßend, obwohl der Autor auf keine wirklichen Details eingeht. Ironischerweise gibt es sogar eine Figur, Kolwenik's Arzt, mit dem Namen Dr. Shelley. Vielleicht sollte dies tatsächlich ein Indiz sein, dass "Frankenstein" Zafón als Anregung diente oder er die Autorin sehr schätzt. Ebenso könnte man so den Namen von Marina's Katze Kafka deuten.

Obwohl uns der Autor bezüglich Marina's Geheimnis immer wieder auf falsche Fährten zu locken versucht, gibt es immer wieder Textstellen, die die Wahrheit verraten.

Während der Leser nach und nach Kolwenik's Geschichte erfährt, die hauptsächlich von Wut und Größenwahn beherrscht wird, stellte ich mir die Frage, wieso erzählt der Autor nur so eine abgefahrene Story, die mit Óscar, Marina und dem Titel des Buches eigentlich nichts zu tun hat. Dies offenbart sich wirklich erst zum Schluss. So gibt es Menschen, die eine Heidenangst vor dem Tod haben und alles dafür tun würden, ihr Leben auch nur kurze Zeit verlängern zu können. Und dann gibt es Menschen, die den Tod akzeptieren, auch wenn sie noch so jung sind, und das Beste aus der Zeit machen, die ihnen noch bleibt. Diese Erfahrung muss Óscar machen und einsehen, dass man gegen die Zeit und den Tod nicht ausrichten kann. Und wenn man genau liest, erkennt man, dass ständig Marina's Geheimnis im Mittelpunkt steht und so der Titel wieder sehr treffend ist.

Carlos Ruiz Zafón beschreibt "Marina" als einen persönlichsten Roman. Er schrieb ihn bereits vor seinen beiden Welterfolgen "Der Schatten des Windes" und " Das Spiel des Engels", doch erst 2011 erschien "Marina" als deutsche Ausgabe. Schrieb er zuvor nur Jugendromane, entwickelte sich in diesem Buch seine besondere Erzählweise und das unvergleichliche Barcelona für das der bekannt ist.

Meiner Meinung nach ein gelungener Roman, den man nur schwer einem bestimmten Genre zuordnen kann, da er Merkmale des Fantasy- und Krimigenres und eine zarte Liebesgeschichte beinhaltet. Laut Zafón findet er in diesem Roman zu seiner "Stimme"; es ist also noch ausbaufähig und ich freue mich auf die anderen Bücher des Autors!

"Marina" ist spannend, geheimnisvoll und mitreißend, doch laut dem Klappentext habe ich mir eine etwas andere Geschichte erwartet.

3,5 Sterne



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(Cicero)
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Zafón, Carlos Ruiz: Marina
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