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 Watson, S. J.: Ich.darf.nicht.schlafen.

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Silwyna
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BeitragThema: Watson, S. J.: Ich.darf.nicht.schlafen.   Mi Sep 14, 2011 11:52 pm

Broschiert: 400 Seiten
Verlag: Scherz Verlag; Auflage: 10 (24. Mai 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3651000087
ISBN-13: 978-3651000087
Originaltitel: Before I go to Sleep

Klappentext:
Zitat :
Ohne Erinnerung sind wir nichts.

Stell dir vor, du verlierst sie immer wieder, sobald du einschläfst. Dein Name, deine Identität, die Menschen, die du liebst - alles über Nacht ausradiert. Es gibt nur eine Person, der du vertraust. Aber erzählt sie dir die ganze Wahrheit?
Quelle: Buchrücken

Ich hab das Buch zufällig mal morgens in nem Buchhandel im Fenster stehen sehen und nachdem ich die Inhaltsangabe gelesen hab war klar, das muss ich haben. Ich hab es innerhalb weniger Tage verschlungen und kann im Vorraus schonmal sagen, ich bin völlig begeistert.


Wir wachen mit einer Frau namens Christine auf und finden uns in einem für sie völlig fremden Schlafzimmer. Neben ihr liegt ein nackter Mann, ihre Kleidung ist ebenfalls nirgends zu sehen. Als sie den Bademantel und die Hausschuhe einer Frau sieht packt sie sofort das schlechte Gewissen, denn sie wollte mit keinem verheirateten Mann ins Bett gehen.
Sie steht auf, geht ins Bad und blickt in den Spiegel. Doch was sie sieht ist zwar ihr Gesicht, jedoch das, was es erst in 20 Jahren sein sollte. Schockiert muss sie an diesem Morgen feststellen, sie kann sich an die letzten 20 Jahre ihres Lebens nicht mehr erinnern. Ihr Ehemann, Ben, hat neben den Spiegel Fotos von ihr und sich gehangen, seinen Namen auf einen Post It und kümmert sich um sie. Er erklärt ihr, dass sie einen Unfall hatte, als sie 27 war und mit dem Kopf auf die Strasse geknallt ist. Langsam hat ihr Erinnerungsvermögen abgebaut, sie hat vergessen wieso sie im Krankenhaus lag, hat vergessen wer ihr Mann war, dass sie verheiratet war, ihren eigenen Namen.
Er lässt sie im Haus allein zurück, um zur Arbeit zu fahren und plötzlich hört sie ein Klingeln aus einer Handtasche. Sie findet ein Handy, auf dem ein Art anruft, der behauptet sie zu kennen und sie zu treffen. Er habe ihr Tagebuch und das würde sicherlich einiges erklären.
Sie trifft sich mit ihm und beginnt noch am gleichen Tag zu lesen.

Hier beginnt der zweite Teil des Buches.
Wir lesen mit Christine zusammen in diesem Buch, in dem sie über zwei Wochen aufgeschrieben hat was ihr eingefallen ist, was sie davon wieder vergessen hat und erfährt, dass Ben, ihr Mann, nichts von dieser Therapie und diesem Buch weiß. Doch von Seite zu Seite erfährt sie mehr über ein Leben, das nicht ihrs zu sein scheint.
Ihr Sohn, von dem Ben ihr nichts erzählt hat, von dem Ben ihr sogar gesagt hat, er habe nie existiert, ist tot. Ihre beste Freundin lebt in London, Ben hat ihr erzählt, dass sie ausgewandert sei. Eine Weile versucht Christine sich noch einzureden, dass Ben ihr diese Lügen erzählt um ihr den Kummer, den sie jedesmal aufs Neue erfahren muss, zu ersparen. Doch es entsstehen Ungereimtheiten mit jeder kleinen Erinnerung, die zurückkommt, und auf die eigentlich niemand mehr zu hoffen gewagt hatte.
Akribisch schreibt Christine diese auf, damit ihr Leben nicht am nächsten Tag wieder von vorn beginnt.

Doch als sie Ben von diesem Tagebuch erzählt und sich mit ihrer besten Freundin trifft eskalieren die Geschehnisse und Christine versteht, dass ihr Leben nicht im entferntesten so ist, wie man ihr das erzählt hat.
Spoiler:
 

Ich habe dieses Buch regelrecht verschlungen. Es ist grandios geschrieben. Nur ab und zu hab ich slebst ein Problem die Geschichte der Christine in ihrem Tagebuch auf die Christine zu projezieren, die es liest. Und ich habe feststellen müssen, dass ich dankbar bin für jede Erinnerung, die ich habe, für das Wissen, das mir niemand nehmen kann und für jede Spur an meinem Körper, die mir zeigt, dass ich eine Vergangenheit habe. Egal ob gut oder schlecht.
Ich möchte mir nicht den Horror der Alzheimerpatienten überlegen, für die diese Geschichte krasse und harte Realität ist.

Alles in Allem kann ich dieses Buch nur empfehlen.

5 Sterne






“What I love about acting is experiencing the absolute moments of — you know — of getting lost in the world you’ve created for yourself.”

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BeitragThema: Re: Watson, S. J.: Ich.darf.nicht.schlafen.   Do Sep 15, 2011 4:12 am

Danke für die Rezi! Bin auf das Buch vor kurzem durch ein Gewinnspiel aufmerksam geworden, wozu man eine Leseprobe lesen musste und die war ziemlich spannend! Vielleicht habe ich ja Glück und gewinne das Buch^^ Wenn nicht, wandert es auf alle Fälle auf meine Wunschliste Smile



Ein Raum ohne Bücher, ist ein Körper ohne Seele.
(Cicero)
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BeitragThema: Re: Watson, S. J.: Ich.darf.nicht.schlafen.   Di Jul 17, 2012 6:43 am

Stell dir vor, du bist Anfang zwanzig, wachst in einem Bett neben einem fremden (älteren) Mann auf und erinnerst dich an nichts. Dann stellst du fest, du bist in Wahrheit über vierzig Jahre alt, der fremde Typ im Bett ist dein Ehemann und du leidest an einer schweren Art von Amnesie. Über Nacht vergisst du alles, was du tagsüber erlebt hast, du vergisst dein Leben - genauso ergeht es Christine Lucas Tag für Tag. Jeden Morgen lernt sie ihren Mann Ben aufs Neue kennen und Einzelheiten aus ihrem Leben. Auf Anraten ihres Arztes hält sie jeden Tag in ihrem Tagebuch fest, es soll Christine helfen ihre Erinnerungen zurückzuholen und die Bruchstücke zusammenzusetzen. Hat sie ihr Gedächtnis bei einem Autounfall verloren wie Ben behauptet? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter, was sie in blitzartigen Erinnerungen wahrzunehmen glaubt? Wem kann sie glauben, ihrem Mann, der sie liebevoll umsorgt und viel Verständnis für ihre Situation aufbringt oder ihrem Gedächtnis, das jede Nacht wie eine Festplatte gelöscht wird?

S. J. Watsons Thriller "Ich.darf.nicht.schlafen" ist in drei Hauptteile untergliedert. Im ersten befinden wir uns in der Gegenwart, gerade als Christine aufwacht. Ihr Mann klärt sie auf und beantwortet ihre Fragen. Später, nach dem Ben zur Arbeit gefahren ist, erhält Christine einen Anruf von ihrem Arzt, der ihr beschreibt, wo sie ihr Tagebuch findet. Dann beginnt die Frau ihre Einträge zu lesen und lernt ihr Leben neu kennen. Das Geschriebene wird genauso in Tagebuchform im zweiten Teil wiedergegeben. Im Anschluss erlebt der Leser wie Christine ihre Schlüsse zieht und die Bruchstücke zur Wahrheit zusammensetzt - ohne vorher zu ahnen in welcher Gefahr sie sich befindet.

S. J. Watson hat einen angenehmen Schreibstil und der Leser wird von der ersten Seite an mitgerissen. Dies liegt vor allem an der guten Beschreibung von Christines Situation, in die man sich sehr gut hineinversetzen kann. Auch die Gefühle, die sie empfindet, wenn sie sich an Einzelheiten aus ihrer Vergangenheit erinnert, kann man nachvollziehen. Immer wieder ist sie hin und her gerissen, ob sie ihrem Mann vertrauen kann oder nicht und so ergeht es auch dem Leser. Man versinkt regelrecht in den Beschreibungen aus dem Tagebuch, am liebsten würde man die Frau packen und die Erinnerungen aus ihr herausschütteln um endlich die Wahrheit zu erfahren. Äußerst interessant sind die Protagonisten und ihr Verhalten in psychischer Hinsicht.

Nach ca. der Hälfte des Thrillers ahnt man leider bereits, wer oder was zu Christines Amnesie geführt hat. Im Großen und Ganzen bleibt die Spannung zwar erhalten, aber bei der Auflösung gab es für mich keinen Überraschungseffekt mehr. Außerdem war der Showdown nicht ganz glaubwürdig. Für einen Thriller war es mir inhaltlich etwas zu ruhig und die Thematik erinnerte mich immer wieder an einen ähnlichen Roman, nämlich an "Lauf, Jane, lauf" von Joy Fielding. Es gibt einige Parallelen dazu, doch insgesamt konnte mich der Autor mit seinem Debütroman doch überzeugen!

4 Sterne



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