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 Krist, Martin: Die Mädchenwiese

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Ramones
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BeitragThema: Krist, Martin: Die Mädchenwiese   Fr Aug 31, 2012 1:42 am

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (10. August 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548283535
ISBN-13: 978-3548283531

Klappentext
Zitat :
Sie sind jung.
Sie sind schön.
Und keiner hört ihren Todesschrei.

Die alte Frau sieht alles kommen. Sie findet die grausam ermordeten Mädchen. Sie kennt ihren Mörder. Aber sie wird schweigen...

Der kleine Junge bangt um seine verschwundene Schwester, denn er hat etwas gesehen. Er will reden, doch niemand hört ihm zu...

Seit Alex Lindner vor Jahren seinen Dienst als Kommissar quittiert hat, lebt er zurückgezogen in der Provinz. Als auch hier ein Mädchen verschwindet, weiß er: Der Mann, den er damals vergeblich jagte, ist zurück. Diesmal muss er ihn fangen, denn der Blutzoll wird steigen.
Quelle: Buchrücken

Lisa ist verschwunden! Laura, ihre Mutter, setzt alle Hebel in Bewegung um ihre Tochter zu finden. Ihr Schwager Frank, der gleichzeitig Polizist ist, geht allen Hinweisen nach, doch Lisas Spur verliert sich nach einem Disco-Besuch am Wochenende. Ihre Mutter ist verzweifelt und quält sich mit Selbstvorwürfen, denn seit der Scheidung hat sich das Verhältnis zu ihren Kindern verschlechtert. Alex Lindner, der Dorfwirt und ehemaliger Kommissar, erinnert sich an seinen Fall bevor er seinen Dienst quittierte: Junge, dunkelhaarige, hübsche Mädchen, wie Lisa, verschwanden damals spurlos. Einige Tage später fand man die grausam zugerichteten Leichen der jungen Frauen. Die Medien nannten den Killer, der damals nicht gefasst wurde, die Bestie. Als Alex Laura und Frank auf die Parallelen zu den früheren Fällen aufmerksam machen will, hört ihm niemand zu, deshalb beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln - entschlossen, den Täter dieses Mal zu fangen. Auch Sam, Lisas kleinem Bruder, will niemand zuhören, obwohl er etwas Wichtiges beobachtet hat. Ihm bleibt nur die Hoffnung, dass seine Schwester gesund zurückkehrt, schließlich hat sie es ihm versprochen. Dann wird eine Mädchenleiche im Wald entdeckt...

"Die Mädchenwiese" von Martin Krist ist äußerlich schon ansprechend gestaltet. Die Farben des Covers mit den Schmetterlingen strahlen etwas Düsteres, Unheilvolles aus. Und wer dadurch noch nicht überzeugt ist, der wird es garantiert durch den Klappentext.

Bereits der Prolog ist so spannend, dass einem nichts anderes übrig bleibt als weiter zu lesen. Anfangs hab ich mich zwar etwas schwer getan mit den schnell aufeinanderfolgenden Szenenwechsel, doch ist man erst einmal mit den Protagonisten bekannt, aus deren Sicht abwechselnd erzählt wird, kann man das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Jedes Kapitel endet mit einem Cliffhanger, wodurch die Spannung immer weiter gesteigert wird, besonders dann, wenn von Lisa berichtet wird, die in einem Kerker erwacht. In anderen Kapiteln erzählt eine Frau in der Ich-Version aus ihrer Vergangenheit. Wer die Frau ist und in welchem Zusammenhang ihre verstörenden Erlebnisse mit dem Verschwinden von Lisa und dem bestialisch vorgehenden Täter zu tun haben, offenbart sich erst nach und nach im Verlauf des Thrillers.

Die Charakterisierung der Personen hat mir durchwegs gut gefallen. Besonders mitgenommen hat mich Bertas Geschichte, man leidet regelrecht mit ihr mit und lernt dadurch ihr Verhalten besser zu verstehen. Die Grausamkeiten, die sie und die getöteten Mädchen durchleiden mussten, sind schockierend. Umso mehr hofft man, dass Lisa wieder wohlbehalten zurückkehren wird. Die Verzweiflung der Mutter ist durchaus glaubwürdig, trotzdem fand ich Laura ziemlich unsympathisch. Allein schon wie sie anfangs mit ihrem Sohn umgeht und nicht auf seine Bedürfnisse achtet. Weder Sam noch Alex schenkt sie Gehör, obwohl beide Wichtiges zu berichten haben. Manchmal würde man sie am liebsten anbrüllen und zurechtweisen. Daher ist es auch kein Wunder, dass Sam immer stiller wir, sich zurückzieht und auf eigene Faust nach seiner Schwester sucht und sich in Gefahr begibt. Für mich war Sam der größte Held der Geschichte, den man einfach gern haben muss, zumal er sich von anderen Kindern bezüglich ihres Verhaltens deutlich unterscheidet. Alex' Geschichte erfährt man erst relativ spät, er hat bei den damaligen Ermittlungen einen folgenschweren Fehler gemacht, den er nun wieder gut zu machen gedenkt, indem er der Bestie endlich das Handwerk legt. Als er dem Täter endlich auf die Spur kommt sind nicht nur die Beteiligten überrascht, auch als Leser hätte ich nicht mit der Auflösung gerechnet.

Einzig allein der Epilog ließ mich unzufrieden zurück. Die Auflösung um Alex' Eltern und der Bezug zum Mörder waren für mich nicht ganz nachvollziehbar und meiner Meinung nach am Ende auch überflüssig.

"Die Mädchenwiese" ist der hochspannende Debütroman aus der Feder von Martin Krist. Mich hat der deutsche Autor mit seinem Erstlingswerk definitiv überzeugt, weshalb ich ihn im Auge behalten werde. Thrillerfans sollten "Die Mädchenwiese" keinesfalls verpassen!

4,5 Sterne



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